Stilknechts Blog

Beiträge, Tipps und Making of’s zu Postproduction und Design.

Der Schritt in die Selbstständigkeit

Themen: Gedanken
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Wie überlebt man eigentlich als Selbstständiger? Eine nicht ganz unwichtige Frage, im Gegenteil, man sollte eine Antwort darauf haben, bevor man den Schritt wagt. Mir wurde sie vorher gegeben und ich bin bis heute dankbar dafür.

Ich war schon einige Zeit, ja sogar Jahre, im gestalterischen Bereich unterwegs. Die Fachkenntnisse auf verschiedenen Bereichen wurden immer weiter entwickelt und ich war, trotz meines jungen Alters, recht sattelfest. Ich lernte auch damals bei meinem ersten Arbeitgeber und im Studium sehr viel dazu und verstand irgendwann, wie man an welche Aufgaben herangeht und worauf es ankommt. Aber reicht das, um sich Selbstständig zu machen? Da hängt doch viel mehr dran als nur Fachwissen oder? Irgendwie kam mir das immer ungemütlich vor. So viel Eigenverantwortung, nicht wissen, ob man die nächsten Mieten bezahlen kann, Ungewissheit über die Kapazitäten und Möglichkeiten und an vielen Fronten kämpfen zu müssen, klingt einfach ungemütlich.

Immerhin wollte ich die Arbeit ja nicht nur zum Spaß machen, sondern auch gut davon leben können und später einmal eine Familie versorgen, Hobbies nachgehen und in den Urlaub fahren. Zudem gibt es Werte in meinem Leben, so dass ich anderen Menschen helfen möchte, die nicht das Vorrecht genießen, in Deutschland gründen zu können und wirtschaftlich gut aufgestellt zu sein. Zweifelsohne war der Schritt in die Selbstständigkeit irgendwie gewagt, gerade wenn man sich eine solide Einnahmequelle wünscht. Auf der anderen Seite habe ich mich aber auch immer wieder gefragt: „Was ist schon wirklich sicher?” Auch als Angestellter kann man seinen Job verlieren und steht dann von jetzt auf gleich ganz ohne Einkommen da, wo hingegen die Selbstständigkeit verschiedene Kanäle ermöglicht, die einem helfen, wenn andere wegbrechen.

Bei mir hat es „Klick“ gemacht, als mir selbstständige Personen meines Umfelds die Augen für eine ganz wichtige Message geöffnet haben. Es kommt in dieser Frage in erster Linie auf das Mindsetting an. Wenn ich es wirklich möchte und daran glaube, dann gelingt es mir auch. An sich selbst, die eigenen Ziele und deren Erreichbarkeit zu glauben, ist in der Selbstständigkeit eine essenzielle Voraussetzung. Wenn ich meine Ziele aus den Augen verliere oder keine habe, verliere ich auch meine Antriebskraft und die Motivation für meine Sache zu kämpfen. Gerade die sind aber so wichtig, weil sie mir in schwierigen Situationen, Engpässen oder groben Fehlern den Blick nach vorn richten und mich auf das fokussieren, das über eine temporäre Problematik hinaus geht. Herausforderungen gibt es auf allen Ebenen und Schwierigkeiten kommen so oder so. Die Frage ist aber, ob ich diese annehme und mich daran stärken lasse oder ob ich resigniere und das Handtuch werfe.

Selbstständigkeit ist eine schöne Herausforderung. Sie hat sehr viele Vorzüge und die Nachteile sind Einladungen, in ein dynamisches Leben. Deswegen, wegen meiner tollen Frau, die mir den Rücken stärkt, wegen meiner Ziele und meines Glaubens schaue ich nun auf ein ganzes Jahr Selbstständigkeit zurück und freue mich auf weitere.




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Rüdiger Lauktien
ist seit 2011 freiberuflicher Designer und Digital Artist aus Berlin, hat Kommunikationsdesign studiert und bloggt seine Gedanken und Tipps zu den Themen Postproduction und Bildmontagen mit Photoshop, allgemeines Design und Selbstständigkeit.